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Cloud-Abhängigkeiten reduzieren
Exit-Strategien, souveräne Cloud-Architekturen, NIS-2, DORA und EU Data Act praxisnah erklärt

Cloud-Exit und digitale Souveränität: Warum Exit-Fähigkeit zur strategischen Pflicht wird

Die Diskussion um Cloud-Nutzung hat eine neue Qualität erreicht. Was lange als primär technologische Entscheidung galt, ist heute eine strategische Fragestellung an der Schnittstelle von IT-Sicherheit, Regulierung und Unternehmenssteuerung. Abhängigkeiten von einzelnen Cloud-Anbietern, eingeschränkte Transparenz und extraterritoriale Zugriffsmöglichkeiten stellen insbesondere europäische Unternehmen und Behörden vor wachsende Herausforderungen. 

Vor diesem Hintergrund haben unsere IT-Experten Jeremy Smeets und Michael Bertko einen Fachartikel in der Zeitschrift IT-Sicherheit veröffentlicht, der sich mit der Frage beschäftigt, wie Unternehmen ihre digitale Souveränität in Cloud-Umgebungen gezielt stärken können

Der Beitrag analysiert aktuelle rechtliche und geopolitische Rahmenbedingungen, ordnet regulatorische Anforderungen wie NIS-2, DORA und den EU Data Act ein und zeigt praxisnah, warum Exit-Fähigkeit zu einem zentralen Sicherheits- und Governance-Kriterium moderner Cloud-Strategien wird.

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Aus dem Inhalt

Viele Organisationen verlassen sich auf Zertifizierungen, Auditberichte oder Compliance-Testate ihrer Cloud-Anbieter. Diese liefern wichtige Anhaltspunkte – ersetzen jedoch keine eigene Risikoanalyse. In der Praxis stoßen Unternehmen häufig an Grenzen, wenn es um Transparenz zu Speicherorten, Replikationsmechanismen, Zugriffsketten oder eingebundene Drittparteien geht. 

Besonders kritisch wird dies für: 

  • Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS)
  • Unternehmen im Finanz- und Versicherungssektor
  • Organisationen mit hochsensiblen oder personenbezogenen Daten 

Proprietäre Plattformdienste, enge technische Kopplungen und fehlende Portabilität führen zudem zu Lock-in-Effekten, die einen Anbieterwechsel erschweren oder wirtschaftlich unattraktiv machen. Im Ernstfall – etwa bei regulatorischen Änderungen oder geopolitischen Eskalationen – kann dies die Geschäftskontinuität unmittelbar gefährden.

Der Artikel analysiert, warum klassische Public-Cloud-Modelle zunehmend an Grenzen stoßen. CLOUD Act, Schrems II, eingeschränkte Transparenz bei Hyperscalern und Lock-in-Effekte führen zu strukturellen Risiken – insbesondere für KRITIS-Betreiber und regulierte Branchen.

Ein Cloud-Exit bedeutet nicht die sofortige Abkehr von Hyperscalern. Vielmehr beschreibt er die jederzeit vorhandene Fähigkeit, Workloads kontrolliert, sicher und wirtschaftlich auf alternative Plattformen zu verlagern. Exit-Fähigkeit ist damit kein Rückschritt, sondern Ausdruck strategischer Reife. 

Der Fachartikel zeigt, warum ein wirksamer Cloud-Exit

  • proaktiv geplant werden muss,
  • technische, organisatorische und vertragliche Maßnahmen vereint,
  • auf offenen Standards, Containerisierung und Portabilität basiert
  • und regelmäßig getestet werden sollte.

 Erst durch diese Vorbereitung wird digitale Souveränität praktisch nutzbar – statt ein theoretisches Schlagwort zu bleiben.

Ein zentrales Element jeder Exit-Strategie ist die strukturierte Bewertung der eigenen IT-Landschaft. Der Artikel stellt einen praxisbewährten Ansatz zur Workload-Klassifikation vor – von unternehmenskritischen Systemen bis hin zu öffentlich zugänglichen Anwendungen. Daraus lassen sich priorisierte Migrationspfade, realistische RTO/RPO-Ziele und abgestufte Exit-Tiefen ableiten. 

Darauf aufbauend werden Architekturprinzipien für souveräne Cloud-Umgebungen erläutert, unter anderem: 

  • Portability by Design (Container, Infrastructure as Code, automatisierte Tests)
  • eigenständige Schlüssel- und Kryptografiehoheit
  • Zugriffsentkopplung und Zero-Trust-Modelle
  • klare Datenlokalisierung innerhalb der EU
  • transparente Audit- und Nachweispfade 

Diese Prinzipien schaffen die Grundlage für Resilienz, Compliance und langfristige Investitionssicherheit.

Mit dem EU Data Act erhalten Cloud-Kunden erstmals verbindliche Wechselrechte. Ab 2025 greifen zentrale Pflichten, ab 2027 entfallen Egress-Gebühren vollständig. Der Artikel macht deutlich: Der rechtliche Rahmen stärkt die Position der Kunden – entfaltet aber nur Wirkung, wenn Architektur und Organisation vorbereitet sind. 

Unternehmen, die jetzt handeln, können regulatorische Anforderungen mit wirtschaftlichen und strategischen Vorteilen verbinden.

Digitale Souveränität ist kein abstraktes Ideal, sondern ein messbarer Wettbewerbsvorteil. Organisationen, die ihre Cloud-Exit-Fähigkeit gezielt aufbauen und regelmäßig überprüfen, sichern sich nicht nur regulatorische Compliance, sondern auch Handlungsfreiheit, Resilienz und Innovationsfähigkeit in einer zunehmend fragmentierten digitalen Welt. 

Der Fachartikel liefert dafür einen fundierten Orientierungsrahmen – von der Risikoanalyse über Architekturentscheidungen bis hin zur strategischen Einbettung in Governance und Compliance.

Michael Bertko

Manager Sales
OPITZ CONSULTING Systems

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Lesen Sie den vollständigen Artikel 
von Michael Bertko und Jeremy Smeets in der Zeitschrift IT-Sicherheit 
und erfahren Sie, wie Sie Ihre Cloud-Exit-Fähigkeit 
gezielt aufbauen.

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Sovereign Cloud: Architekturprinzipien für kontrollierbare Cloud-Umgebungen

Sovereign-Cloud-Ansätze adressieren technische und organisatorische Anforderungen an kontrollierbare Cloud-Betriebsmodelle. Im Mittelpunkt stehen dabei Portabilität, transparente Betriebsmodelle, eigenständige Schlüsselverwaltung und klar definierte Zugriffspfade. 

Wir unterstützen Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung souveräner Cloud-Architekturen – von containerbasierten Plattformen und Infrastructure as Code über externe Key-Management-Systeme bis hin zu auditierbaren Multi- und Hybrid-Cloud-Szenarien.

Sovereign-Cloud-Ansätze im Detail

Datensouveränität systematisch analysieren und bewerten

Der Workshop zur Datensouveränität richtet sich an Organisationen, die ihre Daten- und Cloud-Nutzung strukturiert bewerten möchten. Im Fokus stehen die Identifikation von Abhängigkeiten, die Einordnung regulatorischer Anforderungen sowie die Bewertung technischer und organisatorischer Steuerungsmechanismen. 

Gemeinsam mit unseren IT-Architekten und Security-Experten analysieren Sie bestehende Cloud- und Datenarchitekturen, klassifizieren Workloads und leiten priorisierte Handlungsoptionen ab – unter Berücksichtigung von Portabilität, Schlüsselherrschaft, Zugriffskontrolle und Exit-Fähigkeit.

Workshop zur Datensouveränität ansehen
Das Bild zeigt eine Person, die eine Nachricht in ihr Handy eintippt.

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