
Video-Talk: „Datensouveränität & KI: Zwischen Abgrund und Aufbruch
Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – doch viele Unternehmen bremsen sich aus, weil sie Datenschutz, Regulierung und Kontrollverlust fürchten. Im Talk „Datensouveränität & KI: Zwischen Abgrund und Aufbruch“ diskutieren Frank Hoppe (Moderation), Dr. Hubertus Porschen, Lienhard Siegmund und Alexander Holzner, wie KI-Potenziale genutzt werden können, ohne in Schatten-KI, Abhängigkeiten und Compliance-Risiken zu geraten.
Inhalt
Der Talk wurde aufgezeichnet und steht Ihnen On-Demand zur Verfügung. In rund 60 Minuten beleuchtet das Panel,
- warum das Thema Datensouveränität gerade jetzt – mit DSGVO, EU AI Act & Co. – so wichtig geworden ist,
- wie Schatten-KI entsteht, wenn Mitarbeitende unkontrolliert öffentliche KI-Tools nutzen,
- was Datensouveränität, Datenschutz, Data Governance und Data Residency wirklich voneinander unterscheidet
- und wie sich aus all dem eine souveräne KI-Strategie für Ihr Unternehmen ableiten lässt.
Schauen Sie direkt rein – und holen Sie sich Impulse, wie Sie KI-Use-Cases sicher, nachvollziehbar und praxistauglich umsetzen können:
Warum Datensouveränität & KI gerade jetzt auf der Agenda stehen
Im Talk steigen die Expert:innen mit einer provokanten Frage ein: Warum diskutieren wir Datensouveränität und KI eigentlich genau jetzt so intensiv? Aus drei Perspektiven wird deutlich, warum Handlungsbedarf besteht:
- Regulierung: DSGVO war nur der Anfang. Mit dem EU AI Act kommen weitere Pflichten für KI-Systeme – insbesondere in regulierten Bereichen wie Finance, Gesundheit oder Public Sector.
- Marktdruck & Schatten-KI: Mitarbeitende nutzen längst ChatGPT & Co. – oft ohne Freigabe und ohne Bewusstsein für Datenabflüsse. So entsteht Schatten-KI, die weder kontrolliert noch auditierbar ist.
- Abhängigkeit von Hyperscalern: Viele KI-Services liegen bei wenigen großen Cloud-Anbietern. Ohne klare Strategie droht der Verlust der Kontrolle über Daten, Prozesse und Geschäftslogik.
Die zentrale Botschaft des Talks: Souveräne KI ist kein Bremsklotz, sondern ein Enabler – wenn Governance, Architektur und Use Cases zusammen gedacht werden.
Datensouveränität, Datenschutz, Data Governance: Was ist was?
Ein wichtiger Teil des Talks räumt mit typischen Begriffs-Verwirrungen auf. Denn viele Diskussionen blockieren Projekte, weil alle etwas anderes meinen, wenn sie über „Datenschutz“ oder „Souveränität“ sprechen.
Die Runde unterscheidet klar:
- Datensouveränität – die Fähigkeit einer Organisation, die volle Kontrolle über ihre Datenflüsse zu behalten: Wer greift wann worauf zu, in welchen Systemen werden Daten verarbeitet und wie transparent ist das alles nach innen und außen?
- Datenschutz – die rechtliche Pflicht, vor allem durch DSGVO & BDSG. Wichtig, aber noch keine Strategie: Konformität ersetzt keine klare Steuerung von Daten und Rollen.
- Data Residency – der physische Speicherort von Daten (z. B. Frankfurt vs. außerhalb der EU). Relevant, aber nur ein Teil der Souveränitäts-Frage.
- Data Governance – Rollen, Prozesse, Richtlinien und Dokumentation, die festlegen, wer was mit welchen Daten tun darf.
Im Talk wird deutlich: Viele „DSGVO-Einwände“ sind in Wahrheit ungelöste Governance-Fragen – zum Beispiel fehlende Datenklassifikation oder unklare Zweckbindung.
3 Maßnahmen, die helfen, KI souverän zu machen
Statt bei allgemeinen Risiken stehenzubleiben, zeigt der Talk eine konkrete Referenzarchitektur, mit der sich ein KI-Assistenzsystem souverän aufbauen lässt – zum Beispiel ein interner Assistent für Richtlinien, Prozesse oder Produktfragen. Die Architektur betrachtet mehrere Ebenen:
- Fundament: Identity & Access, Netzwerk-Isolation, Schlüsselmanagement – damit nur Berechtigte und nur definierte Systeme auf sensible Daten zugreifen.
- Operative KI-Ebene: LMOps/MLOps für den gesamten Modell-Lebenszyklus – von Training bis Rollout. AI Processing für die eigentliche Verarbeitung der Anfragen. Data Platform für hochwertige, kuratierte Daten. Data Protection zur Vermeidung unerwünschter Datenabflüsse.
- Transparenz & Kontrolle: Monitoring & Audit-Logs, um Antworten, Quellen und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. „Policies & Compliance as Code“ – Unternehmensregeln und Regulierung werden technisch in den KI-Prozess eingebettet.
- Betriebsmodelle: On-Premises, Sovereign Cloud, hybride Szenarien – immer mit Fokus auf Kontrolle über Standort, Zugriff und Nutzung der Daten.
- Governance & Compliance: Die Einbettung in rechtliche, ethische und organisatorische Leitplanken, damit Mitarbeitende, Management, Kund:innen und Auditor:innen Vertrauen in das System haben.
So wird aus der abstrakten Forderung „souveräne KI“ ein greifbares Architektur-Gerüst, das sich auf unterschiedliche Branchen übertragen lässt.
Ein zentrales Stichwort im Talk ist RAG – Retrieval Augmented Generation. Statt das Sprachmodell „ins Blaue“ antworten zu lassen, bekommt die KI gezielt geprüfte Informationen aus unternehmensinternen Quellen mitgeliefert.
Anhand eines Use Cases – einem KI-Assistenten für Kreditprozesse – zeigt Alexander Holzner, wie das funktioniert:
- Eine Nutzeranfrage (z. B. „Wie lange dauert die Auszahlung nach Kreditzusage?“) wird gestellt.
- Das System prüft zunächst die Berechtigung (Rollen & Rechte).
- Passende Passagen werden aus Richtlinien, Prozessbeschreibungen oder FAQs gesucht.
- Sensible Daten (z. B. IBAN, Kontoinhaber) werden bei Bedarf pseudonymisiert oder maskiert, bevor sie an das Sprachmodell gehen.
- Das Modell generiert eine Antwort – gestützt auf die gefundenen Dokumente.
- Ein Audit-Log hält fest, wer welche Frage gestellt hat, welche Quellen genutzt wurden und welche Antwort die KI gegeben hat.
Der Vorteil:
- weniger Halluzinationen,
- nachvollziehbare Quellen
- und Datenschutz-konforme Verarbeitung – bis hin zur Möglichkeit, unterschiedliche Modelle (lokal, Sovereign Cloud, Public Cloud) je nach Sensibilität der Daten einzusetzen.
Aus der Praxisperspektive von Dr. Hubertus Porschen wird deutlich: Nicht-Handeln ist das größte Risiko. Wenn Unternehmen KI ignorieren oder nur mit Verboten reagieren, nutzen Mitarbeitende die Tools trotzdem – aber ohne Governance, ohne Transparenz und ohne Schutz.
Im Talk geht es deshalb auch um Change:
- Wie lassen sich „einfache“ Use Cases (z. B. im Marketing) schnell mit Standardmodellen realisieren, um Tempo und Akzeptanz zu gewinnen?
- Wie können anspruchsvollere Szenarien (z. B. Produktion, kritische Prozesse) parallel mit einer souveränen Architektur vorbereitet werden?
- Und wie gelingt es, dass Daten, KI-Kompetenz und Governance Kernbestandteile der Unternehmensstrategie werden – statt reine Konsumthemen zu bleiben?
Was Sie aus dem Talk mitnehmen
Nach dem Talk haben Sie ein klareres Bild davon,
- wie Sie Datensouveränität, Datenschutz und Data Governance voneinander trennen – und zusammenbringen,
- welche Rolle Referenzarchitekturen und RAG-Ansätze für vertrauenswürdige KI-Lösungen spielen,
- wie Sie Schatten-KI im Unternehmen erkennen und durch souveräne Alternativen ersetzen,
- warum ein kleiner, sinnvoll gewählter Use Case der bessere Start ist als ein großes Leuchtturmprojekt,
- und welche konkreten nächsten Schritte Sie schon in der kommenden Woche anstoßen können.
Für wen ist der Talk interessant?
- Fach- und IT-Entscheider:innen, die KI nutzen wollen, ohne Datensouveränität zu verlieren
- Leitungen aus regulierten Bereichen (z. B. Finance, Public Sector, Healthcare), die mit DSGVO und EU AI Act umgehen müssen
- IT-Architekt:innen & Data/AI-Teams, die souveräne KI-Plattformen konzipieren oder betreiben
- Datenschutz- und Informationssicherheits-Beauftragte, die Schatten-KI vermeiden und kontrollierte Alternativen schaffen wollen
- Innovation- und Transformationsverantwortliche, die mit KI schnell erste Erfolge zeigen und trotzdem langfristig tragfähige Lösungen aufbauen möchten
Ihre nächsten Schritte: Souverän in die KI-Praxis starten
Sie möchten KI nutzen, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen – oder hören intern vor allem „wegen Datenschutz geht das nicht“?
Im Talk wird deutlich: Der entscheidende Schritt ist, Potenziale, Risiken und Rahmenbedingungen gemeinsam zu sortieren und daraus konkrete Use Cases abzuleiten.
OPITZ CONSULTING unterstützt Sie dabei unter anderem mit:
- einem Souveränitätscheck, der Ihre Datenlandschaft, Governance und KI-Potenziale strukturiert beleuchtet,
- einem gemeinsamen Workshop, in dem wir erste KI-Use Cases konkretisieren und bewerten,
- und einem technischen Einstieg über Prototypen, die zeigen, wie souveräne KI in Ihrer Umgebung funktioniert.
Lust auf den nächsten Schritt?
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir prüfen gemeinsam, wo und wie Sie souveräne KI in Ihrem Unternehmen am besten starten.
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