
„All-Inclusive statt Datenchaos“ – Ein Experteninterview mit Fabian Heidenstecker über Microsoft Fabric
Fabian Heidenstecker ist Manager Solutions bei OPITZ CONSULTING und berät seit über 15 Jahren Unternehmen im Bereich Data & Analytics. Im Interview spricht er über die Potenziale von Microsoft Fabric für moderne Datenarchitekturen und warum sich der Einstieg besonders für Unternehmen mit fragmentierter Datenlandschaft lohnt.
Darunter finden Sie 5 wichtige Tipps, die beim Einstieg helfen.
„Fabric vereint, was zuvor verteilt war – und macht Datenarbeit endlich durchgängig.“ – Fabian Heidenstecker über die Vorteile von Fabric für Unternehmen und Organisationen
Fabian, was macht Microsoft Fabric aus deiner Sicht so besonders?
„Microsoft Fabric ist weit mehr als nur die nächste Cloudlösung im Datenbereich. Es ist ein echtes Plattform-Paradigma. Man kann es sich wie ein Fünf-Sterne-All-Inclusive-Resort vorstellen, das alle Services aus einer Hand anbietet: Datenintegration, Transformation, Speicherung, Analyse, Visualisierung. Und das alles auf einer einzigen, durchgängig nutzbaren Oberfläche. Das Besondere: Statt verschiedene Tools manuell zu orchestrieren, arbeiten alle Komponenten nahtlos zusammen. Diese End-to-End-Plattform sorgt für weniger Medienbrüche, geringere Komplexität und damit für deutlich mehr Effizienz im datengetriebenen Arbeiten. Unternehmen profitieren von schnelleren Umsetzungszyklen, einer flacheren Lernkurve und der Möglichkeit, auch ohne riesige IT-Teams skalierbare Analytics-Use-Cases umzusetzen.“
Für welche Unternehmen ist Fabric besonders interessant?
„Fabric ist besonders attraktiv für Unternehmen, die aktuell unter einer stark fragmentierten Datenlandschaft leiden, also etwa mit Excel-Listen, Datenbanken, Cloud-Silos und unverbundenen BI-Tools parallel arbeiten. Gerade im Mittelstand oder in Abteilungen großer Konzerne fehlt häufig die Zeit oder das Know-how, solche Landschaften effizient zu orchestrieren. Fabric reduziert diesen Aufwand drastisch. Gleichzeitig richtet sich die Plattform auch an fortgeschrittene Unternehmen, die ihre Datenarchitektur modernisieren möchten, zum Beispiel mit der Einführung von Data-Mesh-Prinzipien oder durch die Integration von Machine Learning und KI-gestützter Automatisierung. Die Bandbreite reicht also vom Einstiegsszenario bis zur datenstrategischen Weiterentwicklung auf Enterprise-Niveau.“
Wie steht es um die Datenquellen-Anbindung – gerade mit Blick auf bestehende Systeme?
„Die Datenanbindung ist eine der Stärken von Microsoft Fabric. Die Plattform bringt out-of-the-box eine breite Auswahl an Konnektoren mit. Darunter sind Konnektoren zu klassischen Datenbanksystemen wie Oracle oder SQL Server, aber auch zu modernen SaaS-Lösungen wie Salesforce, Dynamics oder Google Analytics. Besonders erwähnenswert ist die Möglichkeit, auch On-Premises-Systeme über sogenannte Data Gateways sicher und performant anzubinden. So lassen sich hybride Szenarien realisieren, in denen lokale Datenquellen genauso eingebunden werden wie Cloud-Daten. Für Unternehmen mit historisch gewachsenen IT-Landschaften ist das ein entscheidender Vorteil: Sie können auf vorhandene Systeme aufsetzen und müssen nicht alles neu bauen.“
Was unterscheidet Fabric von Power BI allein?
„Power BI ist bekanntlich ein starkes Visualisierungstool und hat sich als Frontend für Dashboards und Reports durchgesetzt. Doch sobald es um komplexere Aufgaben wie die Datenmodellierung, Transformation, Historisierung oder auch die Zusammenarbeit in Teams geht, stößt Power BI an Grenzen. Hier kommt Fabric ins Spiel: Es erweitert Power BI um genau diese fehlenden Bausteine. Beispielsweise lassen sich Lakehouses und Data Warehouses integrieren, es gibt native Unterstützung für maschinelles Lernen und Automatisierung. Und vor allem gibt es ein einheitliches Datenmanagement mit klaren Richtlinien für Governance, Zusammenarbeit und Nachvollziehbarkeit. So entsteht eine professionelle, zentrale Umgebung für alle datengetriebenen Aktivitäten, in der Entwicklung, Analyse und Betrieb Hand in Hand gehen.“
Welche Zielgruppen im Unternehmen profitieren konkret von Fabric?
„Microsoft Fabric ist so konzipiert, dass es für unterschiedlichste Rollen im Unternehmen einen klaren Nutzen stiftet, von der Geschäftsführung bis zum Data Engineer. Personen, die Entscheidungen fällen müssen, erhalten verlässliche, konsolidierte Daten als Grundlage für fundierte Entscheidungen. Business Analysten profitieren von Self-Service-Funktionen, mit denen sie ohne technische Barrieren Daten analysieren oder neue Berichte erstellen können. Für Entwicklungsteams und Data Scientists stehen leistungsfähige Werkzeuge wie Notebooks, Code-Interfaces, Machine Learning Pipelines und Automatisierungen zur Verfügung. IT-Architektur-Fachleute wiederum schätzen die klar strukturierte, zentrale Plattform und die Möglichkeit, Governance, Security und Performance auf Unternehmensniveau umzusetzen. Kurz: Fabric ist ein Werkzeugkasten, der jede Rolle dort abholt, wo sie steht.“
Wie funktioniert Self-Service im Kontext von Fabric?
„Self-Service in Fabric geht weit über das klassische „Klicken von Dashboards“ hinaus. Es bedeutet, dass Fachbereiche ohne tiefes technisches Wissenaktiv an der Datenverarbeitung teilnehmen können. So können sie etwa Dateien einfach per Drag-and-drop ins System laden, automatisch in Tabellen konvertieren und in Dashboards weiterverarbeiten. Auch komplexere Datenquellen wie Salesforce lassen sich mit wenigen Klicks über grafische Oberflächen integrieren. Möglich wird das durch Tools wie Dataflows, Power Query oder den Copilot, also KI-gestützte Assistenten, die beim Erstellen von Datenmodellen, Visualisierungen oder bei der Transformation unterstützen. Das fördert nicht nur die Eigenständigkeit der Fachbereiche, sondern entlastet auch die IT erheblich.“
Welchen Einfluss hat KI auf die Nutzung von Fabric?
„Der Copilot in Microsoft Fabric ist ein echter Gamechanger. Er begleitet die Anwender durch viele Aufgaben, zum Beispiel beim Erstellen von Reports, beim Interpretieren von Visualisierungen oder beim Entwickeln von Datenmodellen. Die Interaktion erfolgt ganz natürlich über Sprache oder Text. Ein Beispiel: Auf die Frage „Zeige mir die Entwicklung der Kategorie Bikes im Zeitverlauf, nach Umsatz und Region.“ generiert Copilot automatisch eine passende Visualisierung. Auch im technischen Bereich, etwa beim Erstellen von SQL-Abfragen oder DAX-Logik, kann Copilot helfen. Dabei spart man nicht nur Zeit, sondern kann auch schneller erste Erfolge erzielen. Insbesondere in heterogenen Teams mit unterschiedlichen Skill-Leveln.“
Wie gelingt der Einstieg – und was rätst du Unternehmen beim Start?
„Der Einstieg sollte immer mit einer Analyse der Ausgangslage beginnen: Welche Datenquellen existieren? Welche Rollen arbeiten mit Daten? Wo gibt es Schmerzpunkte oder Ineffizienzen? Auf dieser Basis lässt sich eine Zielarchitektur entwerfen, die auf die spezifischen Anforderungen der Organisation zugeschnitten ist. Wichtig ist dabei, frühzeitig die Themen Governance, Berechtigung und Self-Service zu berücksichtigen. In der Praxis hat es sich bewährt, mit einem fokussierten Use Case zu starten, beispielsweise der Migration einer bestehenden BI-Lösung oder der Anbindung eines neuen Systems. OPITZ CONSULTING bietet hier strukturierte Unterstützung: von der ersten Machbarkeitsanalyse über die Architekturberatung bis hin zu Migration, Schulung und Enablement.“
Highlights für den schnellen Einstieg in Microsoft Fabric
Microsoft Fabric vereint Data Lake, Data Warehouse, ETL-Prozesse, Reporting, KI-Modelle und Visualisierung auf einer einzigen, vollständig integrierten Oberfläche. Statt eine heterogene Toollandschaft zu orchestrieren, arbeiten Teams zentral mit konsistenten Workflows und durchgängiger Governance. Das erleichtert nicht nur den Einstieg, sondern schafft auch langfristig eine skalierbare Datenstrategie.
Einstiegstipp
Starte mit einer Analyse deiner bestehenden Datenarchitektur: Welche Tools nutzt ihr heute für Speicherung, Transformation, Reporting? Identifiziere Doppelstrukturen oder Schnittstellenprobleme. Fabric kann viele davon zentral ablösen.
Fabric denkt Self-Service ganzheitlich: Business-User können, ohne Programmierkenntnisse zu besitzen, Berichte erstellen, Datenquellen anbinden und Analysen durchführen. Gleichzeitig erhalten Data Engineers und Scientists Zugang zu professionellen Tools wie Notebooks, Dataflows oder ML-Pipelines. So arbeiten interdisziplinäre Teams gemeinsam an Datenprodukten. Ohne Medienbrüche oder technische Hürden.
Einstiegstipp:
Führe Fabric zunächst in einem datenaffinen Fachbereich ein, z. B. im Vertrieb oder Controlling, und erarbeite dort ein prototypisches Use Case-Szenario. So zeigst du schnell den Mehrwert für andere Fachabteilungen und schaffst Akzeptanz für Self-Service.
Fabric basiert auf einem Kapazitätsmodell, das sich flexibel an deine Nutzung anpasst. Je nach Datenvolumen, Nutzeranzahl und Aktualisierungshäufigkeit kannst du zwischen verschiedenen Leistungsstufen wählen, von kleinen Pilotprojekten bis zu konzernweiten Datenplattformen. Ein Upgrade oder Downgrade ist jederzeit möglich, ohne Infrastruktur neu aufsetzen zu müssen.
Einstiegstipp:
Berechne den Ressourcenbedarf deines ersten Use Cases (z. B. Anzahl Reports, Datenvolumen, Nutzer). Beginne mit einer niedrigen Kapazität (z. B. F2 oder F4) und skaliere bei Bedarf. Fabric lässt sich jederzeit erweitern, auch kurzfristig.
Mit über 100 vorgefertigten Konnektoren, u. a. für SAP, Salesforce, Oracle, Dynamics und viele weitere, lassen sich Datenquellen aus Cloud- und On-Prem-Systemen einfach integrieren. Selbst Flatfiles wie CSV oder Excel können durch Plug-ins in OneLake eingebunden und automatisiert verarbeitet werden. Das reduziert manuelle Datentransporte und verbessert die Datenverfügbarkeit erheblich.
Einstiegstipp:
Wähle zum Start eine häufig genutzte Datenquelle (z. B. eine Excel-basierte Vertriebsstatistik oder Salesforce-Objekte) und integriere diese testweise via Dataflow oder Datei-Upload in ein Fabric-Lakehouse. So erkennst du schnell, wie gering die Einstiegshürde tatsächlich ist.
Der in Fabric integrierte Copilot unterstützt bei der Datenanalyse, der Visualisierung, dem Aufbau von semantischen Modellen und sogar beim Schreiben von DAX- oder M-Code. Anwendende können einfach per Sprache oder Texteingabe Fragen stellen oder Diagramme generieren. Dafür müssen sie sich überhaupt nicht mit komplexer Menüführung beschäftigen. Das senkt die Einstiegshürde enorm, gerade für datenferne Rollen.
Einstiegstipp:
Teste Copilot mit einem konkreten Reporting-Use-Case: Lade eine Tabelle hoch, frage den Copilot nach Umsatzverläufen, Anomalien oder Filtermöglichkeiten. Dokumentiere, wie schnell sich ein erster Report erstellen lässt. Das ist ideal für ein internes Demo-Szenario.
Fazit für Entscheider
Microsoft Fabric ermöglicht eine konsolidierte, skalierbare und anwenderfreundliche Datenplattform, die Fachbereiche wie IT gleichermaßen entlastet und befähigt. Wer Datenstrategie ernst nimmt, findet hier das passende Fundament für moderne, agile und zukunftssichere Analytics-Lösungen.
Next-Level Datenplattform live erleben – Microsoft Fabric in der Praxis
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Ob Data Engineering, Machine Learning oder interaktive Dashboards: Fabric bietet Ihnen alle Werkzeuge aus einer Hand – cloudbasiert, flexibel und mit minimalem Setup. OPITZ CONSULTING unterstützt Sie bei:
- Der Einführung von Microsoft Fabric entlang Ihrer Datenstrategie
- Der Implementierung robuster, skalierbarer Governance-Strukturen
- Der Realisierung von Self-Service BI, Data Products & KI-Workloads
- Enablement & Betrieb – auch mit begrenzten internen Ressourcen
Was kann Microsoft Fabric? Der vollständige Talk
Aufzeichnung des Talks "All-Inclusive-Feeling statt Datenchaos" mit Andreas Wiener und Fabian Heidenstecker vom 17. Juni 2025.
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