
Video-Talk mit Sarah Rojewski: „KI-Plattform – Make, Shape or Take"
Generative KI verändert gerade die Spielregeln in Unternehmen, von der Automatisierung im Tagesgeschäft bis hin zu völlig neuen Geschäftsmodellen. Doch bevor Use Cases umgesetzt werden, steht eine strategische Grundsatzfrage im Raum: Soll ich eine eigene KI-Plattform bauen (Make), eine bestehende Lösung an meine Bedürfnisse anpassen (Shape) oder eine fertige Plattform nutzen (Take)?
Im Webinar „KI-Plattform – Make, Shape or Take“ diskutiert Moderator Frank Hoppe mit seinen Gästen, wie Unternehmen diese Entscheidung fundiert treffen – zwischen technischer Machbarkeit, Datensouveränität, Governance, Kosten, Time-to-Value und Fachkräftemangel:
- Sarah Rojewski – KI-Strategin mit Hintergrund in Wirtschaft, Technik und Geisteswissenschaften (u. a. langjährige Verantwortung für KI & Automation bei Telefónica Deutschland)
- Dirk Arno Casper – KI-Consultant und Automatisierungsexperte, OPITZ CONSULTING
- Thomas Behrendt – IT-Architekt mit Fokus auf KI-Plattformen, Governance und Enterprise-Architektur, OPITZ CONSULTING
Gemeinsam beleuchten sie, wie Unternehmen von ersten Experimenten mit KI-Tools zu einer tragfähigen, sicheren und skalierbaren KI-Plattform kommen, ohne dabei in Schatten-KI, Insellösungen oder Vendor-Lock-in zu geraten.
Inhalt
Die Aufzeichnung des Webinars steht Ihnen On-Demand zur Verfügung. In rund 60 Minuten erfahren Sie:
- warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, sich mit einer KI-Plattform zu beschäftigen – und warum Abwarten zum Wettbewerbsrisiko wird,
- was eine KI-Plattform ausmacht und wie sie sich von Einzellösungen oder isolierten KI-Tools unterscheidet,
- welche Vor- und Nachteile Make, Shape und Take jeweils mit sich bringen – von Budget und Skills über Vendor-Lock-in bis hin zu Geschwindigkeit und Datensouveränität,
- wie Unternehmen Schritt für Schritt vorgehen können – von ersten Experimenten und Schatten-KI bis hin zu governancefähigen Plattform-Ansätzen und einem praxisnahen Entscheidungs-Canvas.
Schauen Sie direkt rein – und holen Sie sich Impulse, wie Sie Ihre KI-Plattform-Strategie auf ein solides Fundament stellen.
Warum KI-Plattformen gerade jetzt auf die Agenda gehören
Im Einstieg diskutiert das Panel, wo wir aktuell in der KI-Entwicklung stehen. Neue Modelle, Features und Tools erscheinen im Wochentakt – viele Unternehmen wünschen sich „erstmal Ruhe“, um das bereits Vorhandene zu verarbeiten. Doch genau das ist in dieser Technologiephase kaum realistisch.
Die Expert:innen machen deutlich:
- Die Entwicklung ist exponentiell: Wir hatten noch nie bessere KI als heute, und gleichzeitig wird sie nie wieder so „schlecht“ sein wie jetzt.
- Warten ist ein Risiko: Während manche Unternehmen noch zögern, nutzen Wettbewerber die Zeit, um Skills aufzubauen, Use Cases zu testen und interne Plattformen zu etablieren.
- Mitarbeitende nutzen KI ohnehin – ob erlaubt oder nicht: Ohne Richtlinien, Governance und sichere Alternativen entsteht Schatten-KI: Unternehmensdaten wandern in unkontrollierte Tools, Compliance- und Sicherheitsrisiken steigen.
Die zentrale Botschaft: Es geht nicht mehr darum, ob Unternehmen KI einsetzen – sondern wie strukturiert, souverän und skalierbar dieser Einsatz erfolgt. Eine KI-Plattform ist dabei der Dreh- und Angelpunkt.
Was macht eine gute KI-Plattform aus?
Statt nur viele einzelne Tools zu nutzen, verstehen die Referent:innen eine KI-Plattform als eine Art „Betriebssystem für KI-Anwendungen“ im Unternehmen. Sie bündelt technische und organisatorische Funktionen an einem Ort:
- Ein einheitliches Interface, um unterschiedliche Sprachmodelle (on-premises, Sovereign Cloud, Public Cloud) anzusprechen
- Wechsel zwischen Modellen ohne erneute Integrationsprojekte
- Steuerung, wo welche Daten verarbeitet werden (z. B. EU vs. Non-EU)
- Rollen- und Rechtekonzepte, damit nur Berechtigte auf sensible Informationen zugreifen
- Protokollierung und Audit-Logs: Wer stellt welche Fragen, welche Quellen werden genutzt, welche Antwort liefert die KI?
- Policies und Compliance-Regeln, die technisch im Gateway verankert werden
- Integration mit Systemen wie SharePoint, DMS, CRM oder Fachanwendungen
- Nutzung bestehender Berechtigungen auch im KI-Kontext: Wer ein Dokument im Original nicht sehen darf, soll auch keine KI-Antwort darauf bekommen
- Unterstützung von RAG-Szenarien (Retrieval Augmented Generation), um Halluzinationen zu reduzieren und Antworten auf überprüfbare Quellen zu stützen
- Einbindung von KI-Assistenten genau dort, wo gearbeitet wird – z. B. im Ticket-System, in Office-Tools oder Fachanwendungen
- Unterstützung von Workflow- und Automatisierungsplattformen (z. B. n8n, Make, etc.), um Agenten und Prozesse zu orchestrieren
Am Beispiel eines mittelständischen Unternehmens mit rund 600 Mitarbeitenden zeigt Dirk Arno Casper, wie viele kleine Use Cases in Summe einen spürbaren Effekt haben:
- Aufbau einer eigenen, datenschutzkonformen KI-Plattform
- Schrittweise Automatisierung von Aufgaben wie Übersetzungen, Ticketbearbeitung, Dokumentenerstellung
- Breite Befähigung der Mitarbeitenden, eigene Ideen einzubringen
Das Ergebnis: Jährliche Einsparungen im siebenstelligen Bereich, ohne „das eine große Leuchtturmprojekt“ – sondern durch kontinuierliche Verbesserungen im Alltag.
Gleichzeitig betont das Panel:
ROI ist mehr als Kostensenkung.
Freigewordene Zeit schafft Raum für Innovation, bessere Kundenkommunikation und neue digitale Angebote – Wertschöpfung, die in klassischen Business Cases oft gar nicht vollständig abgebildet wird.
Neben Technik und Architektur geht es im Talk immer wieder um den menschlichen Faktor:
- Mitarbeitende brauchen Orientierung und Leitplanken, nicht nur Verbote
- KI-Kompetenz entsteht nicht durch ein einmaliges Training, sondern durch kontinuierliches Lernen im Alltag
- Für jüngere Talente ist der Umgang eines Unternehmens mit KI ein entscheidender Attraktivitätsfaktor
- Ohne klaren Rahmen für KI-Nutzung entsteht Schatten-KI – und damit genau die Risiken, die man eigentlich vermeiden möchte
Die Empfehlung:
Use Case vor Technik.
Starten Sie mit konkreten, sinnvollen Anwendungsfällen und holen Sie alle relevanten Stakeholder (IT, Fachbereiche, HR, Datenschutz, Betriebsrat, Management) an einen Tisch. Eine KI-Plattform ist dann das logische Ergebnis – nicht der Startpunkt.
Kurz: Eine KI-Plattform ist mehr als ein Chatfenster – sie ist die technische und organisatorische Basis, um KI sicher, konsistent und unternehmensweit nutzbar zu machen.
Make, Shape oder Take: Wie treffen Unternehmen die passende Entscheidung?
Make – die eigene KI-Plattform bauen
Beim Make-Ansatz steht vor allem die vollständige Kontrolle im Vordergrund. Unternehmen, die eine eigene Plattform entwickeln, können Architektur, Datenflüsse, Sicherheitsmechanismen und Integrationen exakt auf ihre strategischen Ziele abstimmen. Eine selbst entwickelte Plattform kann zu einem wesentlichen Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb werden, da sie tief auf das Geschäftsmodell zugeschnitten ist und eigene Intellectual Property schafft. Gleichzeitig ist dieser Weg anspruchsvoll: Er erfordert hohe Investitionen, starke interne KI- und Architekturkompetenzen sowie die Fähigkeit, die rasante Innovationsgeschwindigkeit dauerhaft mitzuhalten. Der technische und organisatorische Aufwand, eine Plattform über Jahre eigenständig weiterzuentwickeln, ist erheblich.
Shape – eine vorhandene Plattform anpassen
Der Shape-Ansatz bildet eine Art Mittelweg. Unternehmen greifen auf eine vorhandene Plattform zurück und erweitern oder konfigurieren sie so, dass sie individuelle Anforderungen erfüllt. Dadurch profitieren sie von einer stabilen, bereits vorhandenen Basis, vermeiden aber den Aufwand eines vollständigen Eigenbaus. Anpassbare Plattformen lassen sich oft schnell integrieren und zugleich flexibel erweitern – etwa um Governance-Funktionen, eigene Datenanbindungen oder spezielle KI-Funktionalitäten. In diesem Modell bleibt ein gewisser Grad an Abhängigkeit vom Anbieter bestehen, doch durch offene Schnittstellen und modulare Architekturen lässt sich dieses Risiko gut steuern.
Take – eine fertige Lösung nutzen
Beim Take-Ansatz nutzen Unternehmen eine fertige Plattform „out of the box“. Der Vorteil liegt in der kurzen Time-to-Value: Ohne große Implementierungsprojekte lassen sich schnell erste Anwendungsfälle realisieren, beispielsweise durch Copilot-Funktionen in Office-Anwendungen oder spezialisierte SaaS-Dienste. Dieser Ansatz ist besonders geeignet, wenn der Fokus auf klar abgegrenzten Use Cases liegt oder wenn Organisationen schnell erste Erfolge erzielen möchten. Die Herausforderungen liegen vor allem im Bereich Datensouveränität, Governance und Flexibilität. Fertige Plattformen bieten selten die gleiche Steuerbarkeit wie eigene oder angepasste Lösungen, und wenn Fachbereiche isoliert einzelne Tools einführen, steigt das Risiko einer neuen Form von Schatten-KI.
Was Sie aus dem Talk mitnehmen
Nach dem Talk haben Sie ein klareres Bild davon,
- wie Sie Make, Shape und Take realistisch für Ihr Unternehmen bewerten,
- welche Eigenschaften eine zukunftsfähige KI-Plattform haben sollte,
- wie Sie Datensouveränität, Sicherheit und Enterprise-Architektur von Beginn an mitdenken,
- warum klein starten (mit guten Use Cases) oft besser ist als ein großes Leuchtturmprojekt,
- wie Sie Schatten-KI reduzieren, indem Sie attraktive, kontrollierte Alternativen bereitstellen,
- und welche konkreten Schritte Sie 2026 angehen können, um Ihre KI-Strategie belastbar zu machen.
Für wen ist der Talk interessant?
- Fach- und IT-Entscheider:innen, die vor der Frage „Make, Shape oder Take?“ stehen
- IT-Architekt:innen & Platform-Engineering-Teams, die KI-Plattformen konzipieren oder betreiben
- Data- & AI-Teams, die LLMs mit Unternehmensdaten verbinden wollen
- Verantwortliche für Sicherheit, Datenschutz & Compliance, die Schatten-KI vermeiden und Governance etablieren möchten
- HR-, Change- und Transformationsverantwortliche, die Mitarbeitende für den produktiven KI-Einsatz befähigen wollen
- Geschäftsführung & Innovationsteams, die KI als Wettbewerbsfaktor strategisch verankern möchten
Ihre nächsten Schritte: Den Einstieg in die eigene KI-Plattform planen
Sie möchten KI nutzen, stehen aber noch vor der Frage, ob Sie eine eigene KI-Plattform entwickeln, eine bestehende Lösung anpassen oder eine fertige Plattform einsetzen sollten? Im Webinar wird deutlich: Der entscheidende Schritt ist, Potenziale, Risiken und Rahmenbedingungen gemeinsam zu sortieren – und daraus konkrete Use Cases und eine passende Plattformstrategie abzuleiten.
OPITZ CONSULTING unterstützt Sie dabei unter anderem mit:
- einem Plattform- & Souveränitätscheck, der Ihre Datenlandschaft, Governance und KI-Potenziale strukturiert beleuchtet,
- einem gemeinsamen Workshop, in dem wir Use Cases konkretisieren und Make/Shape/Take-Optionen bewerten,
- und einem technischen Einstieg über Prototypen, die zeigen, wie eine KI-Plattform in Ihrer Umgebung aussehen kann – von ersten Assistenten bis zur Referenzarchitektur.
Starten mit unserem Data Driven Exploration Flight:
Wenn Sie nach dem Webinar den nächsten Schritt gehen möchten, empfehlen wir unseren Data Driven Exploration Flight. In diesem kompakten Workshop identifizieren wir gemeinsam konkrete KI- und Daten-Use-Cases, bewerten deren Machbarkeit und Potenziale und schaffen eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Ihre eigene KI-Plattformstrategie.
Ob Make, Shape oder Take: Der Workshop hilft Ihnen, Klarheit zu gewinnen und mit einem klar priorisierten Fahrplan weiterzuarbeiten.
Nehmen Sie jetzt Kontakt auf

