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Digitale Unabhängigkeit dank opendesk?
Interview mit IT-Strategist Dennis Empt

IT-Abhängigkeiten reduzieren

Digitale Souveränität ist zu einem zentralen Thema für Verwaltungen und Organisationen geworden. Abhängigkeiten von wenigen großen Softwareanbietern werfen Fragen nach Kontrolle, Sicherheit und langfristiger Handlungsfähigkeit auf. Im Interview erklärt Dennis Empt, warum diese Diskussion gerade jetzt an Bedeutung gewinnt und wo die größten Herausforderungen in der heutigen IT-Landschaft liegen.

Warum wird digitale Souveränität aktuell so intensiv diskutiert?

Dennis Empt: Digitale Souveränität bedeutet im politischen Diskurs, dass Staaten und Organisationen ihre IT-Infrastruktur selbst kontrollieren können. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Verwaltungen stark von wenigen großen, oft auch nicht-europäischen Softwareanbietern abhängig sind. Wenn diese Dienste aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen eingeschränkt werden, kann das unmittelbare Auswirkungen auf Arbeitsfähigkeit und Datensicherheit haben.

Welche Rolle spielt Open Source bei der Lösung dieses Problems?

Dennis Empt: Open-Source-Software ermöglicht grundsätzlich mehr Transparenz und Kontrolle. Der Quellcode ist offen einsehbar, kann angepasst werden und lässt sich unabhängig betreiben. Dadurch entsteht mehr Flexibilität bei Hosting, Weiterentwicklung und Integration. Gleichzeitig können verschiedene Anbieter oder Organisationen gemeinsam an der Software arbeiten. Für Behörden und Unternehmen kann das ein wichtiger Schritt sein, um kritische IT-Abhängigkeiten zu reduzieren.

Wo liegen die größten Abhängigkeiten in der heutigen IT-Landschaft?

Dennis Empt: Viele Organisationen nutzen komplette Ökosysteme internationaler Anbieter, von E-Mail über Dokumentenbearbeitung bis hin zu Videokonferenzen. Das ist bequem, führt aber zu sogenannten „Vendor-Lock-ins“, also starken Bindungen an einen einzelnen Anbieter. Ein Wechsel wird dann technisch, organisatorisch und finanziell schwierig. Gerade im öffentlichen Sektor wird daher zunehmend hinterfragt, ob diese Struktur langfristig sinnvoll ist.

Digitale Europakarte in blautönen mit den Europasternen darübergelegt.

Foto Dennis Empt, OPITZ CONSULTING

Dennis Empt

Manager Consulting
OPITZ CONSULTING Public

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Dennis Empt ist Manager Consulting bei OPITZ CONSULTING und verantwortet dort strategische Initiativen rund um Platform Engineering und openDesk. Er berät Organisationen aus Verwaltung und Wirtschaft bei der Entwicklung souveräner, skalierbarer IT-Architekturen und begleitet komplexe Transformationsvorhaben im Enterprise-Umfeld. Mit über zehn Jahren Beratungserfahrung in der IT-Beratung kennt er die strukturellen, organisatorischen und technologischen Herausforderungen, die über Erfolg oder Scheitern strategischer IT-Initiativen entscheiden.

Gibt es bereits konkrete europäische Lösungen für einen souveränen digitalen Arbeitsplatz?

Dennis Empt: Ja, ein Beispiel ist openDesk. Die Office- und Kollaborationssuite wurde speziell für die öffentliche Verwaltung entwickelt und bündelt typische Arbeitswerkzeuge wie Dokumentenbearbeitung, Dateiablage, E-Mail, Chat, Videokonferenzen und Projektmanagement in einer gemeinsamen Oberfläche. Technisch basiert die Plattform auf verschiedenen Open-Source-Komponenten und kann unabhängig von einzelnen Cloud-Anbietern betrieben werden. Ziel ist es, eine leistungsfähige Alternative zu proprietären Arbeitsplatzlösungen zu schaffen.  

Daher bauen wir seit einiger Zeit konzentriert Know-How zu openDesk auf, das wir bereits erfolgreich in Kundenprojekten in der öffentlichen Verwaltung einbringen. Dass wir als mittelständisches IT-Beratungshaus das Thema ernst nehmen zeigt auch, dass wir openDesk auch in den eigenen Arbeitsprozessen verproben und eigene Erfahrung in der Anwendung solcher Lösungen sammeln.

Was unterscheidet solche Plattformen von klassischen Office-Ökosystemen?

Dennis Empt: Der entscheidende Unterschied liegt in der Kontrolle über Infrastruktur und Daten. Lösungen wie openDesk setzen auf offene Standards, modulare Architektur und die Möglichkeit zum eigenen Betrieb, beispielsweise in nationalen oder organisationsinternen Rechenzentren. Dadurch lassen sich Systeme an individuelle Anforderungen anpassen und langfristig weiterentwickeln. Gleichzeitig bleibt man flexibler gegenüber einzelnen Anbietern oder geopolitischen Veränderungen. Für viele Organisationen ist das ein zentraler Baustein digitaler Resilienz.

Wie könnte sich der Markt für souveräne IT-Lösungen in den nächsten Jahren entwickeln?

Dennis Empt: Der Trend zeigt klar in Richtung mehr europäischer und offener Lösungen. Verwaltungen, Unternehmen und internationale Organisationen beginnen zunehmend, ihre Abhängigkeiten kritisch zu prüfen. Projekte wie openDesk zeigen, dass leistungsfähige Alternativen entstehen können, wenn öffentliche Institutionen, Open-Source-Community und Unternehmen zusammenarbeiten. Gleichzeitig beobachten wir, wie sich neue Anforderungen an den technischen Betrieb solcher Lösungen ergeben. Die Einführung muss gut geplant sein, damit es nicht zu einer Überlastung im technischen Betrieb kommt. Und auch die Anwenderseite muss gut begleitet werden, damit sich neue Lösungen passend in bestehende Arbeitsprozesse integrieren. Die Einführung souveräner IT-Lösungen endet nicht mit der technischen Einführung, sondern ist nach unserem Verständnis ein Veränderungsprozess, bei dem alle Beteiligten mit einbezogen werden müssen.

Nur so kann Digitale Souveränität von einem politischen Schlagwort zu einer erfolgreichen und praktischen IT-Strategie werden.

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