
Der kommunale Digitalisierungsnavigator Baden-Württemberg: Ein tolle Idee für Organisationen und Menschen
Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft grundlegend – und stellt insbesondere Kommunen und öffentliche Verwaltungen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnet sie neue Chancen: Prozesse können effizienter gestaltet, Bürger:innen besser eingebunden und Services zeitgemäß angeboten werden. Doch wo anfangen? Welche Handlungsfelder sind relevant? Und wie lässt sich der digitale Reifegrad einer Organisation sinnvoll bewerten?
Gerade für Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich auf den Weg in die digitale Zukunft machen wollen, fehlt oft ein klarer Kompass. Genau hier setzt der Digitalisierungsnavigator BW an: ein innovatives Selbstanalyse-Tool, das Kommunen in Baden-Württemberg hilft, ihren Stand der Digitalisierung zu erfassen und konkrete Entwicklungspotenziale zu identifizieren.
Entstanden ist der Navigator in enger Zusammenarbeit mit der Digitalakademie@bw, gefördert durch das Land Baden-Württemberg – und mit dem klaren Ziel, Orientierung zu schaffen, statt zu überfordern. Verständlich. Praxistauglich. Und jederzeit zugänglich.
Die Herausforderung
Kommunen und Behörden in Baden-Württemberg stehen vor der Herausforderung, Digitalisierung strukturiert und strategisch anzugehen. Bürger:innen erwarten moderne Services, gleichzeitig steigen interne Rückstände und finanzielle Spielräume schrumpfen. Vielen fehlt der Überblick: Wo stehen wir, welche Maßnahmen sind sinnvoll und wie priorisieren wir richtig? Interkommunale Zusammenarbeit wird daher immer wichtiger – durch das Teilen von Erfahrungen und Lösungen können Kommunen ihr digitales Leistungsangebot verbessern.
Doch in der Praxis fehlt eine Plattform für diesen Austausch. Digitalisierungsbeauftragte, IT-Verantwortliche und Digitallots:innen arbeiten oft isoliert und haben kaum Gelegenheit, voneinander zu lernen. Genau dies wollte man mit dem „Kommunalen Digitalisierungsnavigator BW“ herausfinden: einem praxisnahen Werkzeug, das den digitalen Reifegrad sichtbar macht und konkrete nächste Schritte aufzeigt – entwickelt wurde der Prototyp gemeinsam mit dem KommHUB im Rahmen der Digitalakademie@bw.
Die Lösung
Gemeinsam mit dem KommHUB in der Digitalakademie@bw haben wir einen digitalen Prototyp entwickelt, das Kommunen hilft, ihren digitalen Reifegrad zu erfassen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Der Navigator führt die Nutzer:innen durch eine strukturierte Selbstbewertung und deckt zentrale Bereiche wie Digitale Verwaltungsarbeit, Bürgerservices und Smart City ab.
Zu Beginn des Projekts wurden Interviews mit Stakeholdern geführt und bestehende Dokumente ausgewertet, um Anforderungen und relevante Inhalte zu identifizieren. Auf dieser Grundlage entstand ein klickbarer Prototyp in Figma, der Navigation, Inhalte und Aufbau visualisiert. Das Feedback der Beteiligten floss direkt in die Optimierung des Designs ein. Anschließend wurde der Prototyp als Webanwendung umgesetzt – zunächst als reines Frontend mit Open-Source-Technologien von OPITZ CONSULTING. Die technische Basis ist so konzipiert, dass Backend und Datenbank bei Bedarf unkompliziert ergänzt werden können.
Kundenzitat
„Durch die enge Zusammenarbeit mit OPITZ CONSULTING und die iterative Vorgehensweise konnten wir zügig einen Prototyp entwickeln, den wir den Digitallotsen vorgestellt haben. So war es möglich, frühes Feedback einzuholen, Ideen zu validieren und gezielt Ideen für die Weiterentwicklung zu generieren.“
Ralph Lichtner, Innovation, Geschäftsfeldentwicklung und Beratung, KommHUB
Klare Standortbestimmung
Der Navigator könnte Kommunen helfen, ihren digitalen Reifegrad systematisch zu erfassen. Das würde helfen, Transparenz zu schaffen über Stärken und Entwicklungsfelder – als fundierte Basis für strategische Entscheidungen.
Handlungsempfehlungen
Auf Basis der Selbsteinschätzung könnten Nutzer:innen individuell passende Empfehlungen für nächste Schritte erhalten. Das würde helfen, Zeit zu sparen, Ressourcen zu bündeln und die Priorisierung von Maßnahmen erleichtern.
Austausch & Zusammenarbeit
Der Navigator könnte nicht nur Einzelkommunen unterstützen, sondern durch seine einheitliche Struktur auch dabei helfen, die Grundlage für interkommunale Zusammenarbeit zu schaffen und bewährte Lösungen auszutauschen.
Die Erfolgsfaktoren
Unsere enge Zusammenarbeit mit dem Kunden war entscheidend für den Erfolg:
Ein interaktives Mock-Up in Figma machte Struktur, Navigation und Inhalte der geplanten Anwendung frühzeitig sichtbar. Dadurch konnten abstrakte Anforderungen schnell konkretisiert und effizient mit den Stakeholdern abgestimmt werden.
Regelmäßige Rückmeldungen aus dem Projektumfeld wurden direkt in die Gestaltung eingebunden. Diese enge Feedbackschleife sorgte dafür, dass der Navigator tatsächliche Bedarfe adressiert und in der Praxis überzeugt.
Durch die bewusste Entscheidung für eine Frontend-basierte Lösung konnte ein schneller Proof-of-Concept entwickelt werden. So lag der Fokus auf einer intuitiven Bedienbarkeit – und nicht auf aufwändiger Backend-Integration.
Der Digitalisierungsnavigator BW könnte nicht nur eine Standortbestimmung vornehmen, sondern auch konkrete Empfehlungen für die nächsten Schritte geben. Damit würde ein echter Mehrwert für Kommunen geschaffen – und als Tool wäre er praktisch schnell und einfach einsetzbar.
Ausblick in die Zukunft
Da der Kommunale Digitalisierungsnavigator BW als Open-Source-Lösung konzipiert wurde, bietet er eine solide und anpassungsfähige Grundlage, auf der Kommunen, Entwickler und weitere Akteure gemeinsam aufbauen und den Prototyp bedarfsgerecht weiterentwickeln können. Angesichts der nach wie vor wachsenden Komplexität kommunaler Digitalisierungsvorhaben und des anhaltenden Wunsches nach Transparenz und Vernetzung dürfte der Bedarf an einem solchen Navigator eher zu- als abnehmen.
Unsere Leistungen
- Konzeption & Beratung: Entwicklung eines klaren, nutzerzentrierten Anforderungsprofils in enger Abstimmung mit der Digitalakademie@bw
- UX/UI-Design: Gestaltung einer intuitiven, barrierearmen Benutzeroberfläche für die Zielgruppe
- Agile Softwareentwicklung: Iterative Umsetzung als Web-Anwendung unter Berücksichtigung von Nutzerfeedback
- Testing & Qualitätssicherung: Präsentation und Feedbackaufnahme
- Begleitung & Weiterentwicklung: Enge Zusammenarbeit während der Prototypenphase
Technologien & Methoden
- Frontend: Angular für eine performante und dynamische Nutzeroberfläche
- Datenhaltung: JSON-basierte Speicherung (lokal)
- UX-Tools: Figma zur Entwicklung und Abstimmung der Benutzeroberfläche
Kundeninfos
Als Modul der Digitalakademie@bw unterstützt der KommHUB in der Förderphase (2021-2025) Städte, Gemeinden und Landkreise dabei, digitale Lösungen zu entwickeln, zu erproben und gemeinsam weiterzudenken. Dabei versteht sich der KommHUB als Innovationsmotor und Impulsgeber für die digitale Transformation der Verwaltung – praxisnah, kooperativ und am Bedarf der Kommunen ausgerichtet.
Mit einem klaren Fokus auf interkommunale Zusammenarbeit bringt der KommHUB Akteur:innen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen und fördert den Austausch über Lösungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren. Ziel ist es, digitale Entwicklungen nicht nur zu begleiten, sondern aktiv mitzugestalten – und dabei Synergien über kommunale Grenzen hinweg zu schaffen.
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